Name: Der Weg zur Kolchose
Details... Maler: Grigorij Musatow
Kunststrom: Der russisch avantgarda

Ein besonders vorteilhaftes Merkmal der Gemälde dieser Periode ist ihre deutliche, in sich geschlossene Komposition. In diesem Bild hat die neue Formgebung des Künstlers ihren vollständigsten Ausdruck gefunden: die unbändige Macht der Farben und ihrer Kombinationen. „Lyrik von kosmischen Ausmaßen, Klang mit voller Stimme“. Quer über Flechtzäune, barfuß, führt ein hyperbolischer Bauer seinen einzigen Gaul in die Kolchose (so hieß das russische Dorf in der kommunistischen Zeit), begleitet von einem noch schrecklicheren übergroßen Schatten – dem Gespenst der Zukunft. Man schreibt erst 1931.

Name: Stenka Rasin
Details... Maler: Grigorij Musatow
Kunststrom: Der russisch avantgarda

Von diesem Gemälde geht gleichsam ein machtvoller epischer Klang aus. Ein besonders vorteilhaftes Merkmal der Gemälde dieser Periode ist ihre deutliche, in sich geschlossene Komposition, die die Farbe vom Gegenstand loslöst. Hier tritt die ausgesprochen psychologische, rein russische Farbensättigung in Erscheinung. Das Motiv dieses Gemäldes ist die Geschichte der Liebe, aber auch die der blutigen Raubzüge des im alten Russland zur Legende gewordenen Räubers Stenka Rasin. Die Manier des Meisters zeigt eine enge Berührung mit der internationalen Malerei des ausklingenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts.

Name: Hochwasser
Details... Maler: Grigorij Musatow
Kunststrom: Der russisch avantgarda

Eine der ersten Arbeiten der „Fotografischen Periode“. Es ist eine Retrospektive des kleinbürgerlichen Alltags und eine Sammlung der diese Schicht verkörpernden Typen. Mit diesem Werk begründet der Künstler seinen Anspruch auf den einzigartigen Platz in der Kunst, den Henri Rousseau hinterlassen hat. Die luftigen Farben wehen kaum wahrnehmbar im Hauch des müden Traums und werden zu musikalischen Nocturnes, die über der aus ihren Ufern getretenen Wolga verklingen.

Name: Jahrmarkt
Details... Maler: Nora Musatowa
Kunststrom: Der modern realismus

„Jechal na jarmarku …“ („Es fuhr zum Jahrmarkt ein verwegener junger Kaufmann“) – dies ist das Lied, die Stadtromanze des 19. Jhs., diese dreiste, plötzlich in Wehmut umschlagende Melodie, die die Künstlerin dazu bewog, die Gestalten und Worte des Liedes auf die Leinwand zu übertragen. Der Betrachter nimmt dieses Gemälde als ein Ganzes, eine geschlossenen Einheit auf, nicht etwa nur als Illustration zum Text einer alten Romanze. er empfindet das Geschehen in seiner Gesamtheit als ein Schauspiel, ein Bühnenstück, das für eine Sekunde in seinem stürmischen Ablauf erstarrt ist. Fast genau im Mittelpunkt des Jahrmarkts am Rande einer Provinzstadt steht der junge Kaufmann im roten Fuchspelz und sucht für sein Liebchen ein Kopftuch als Geschenk aus. Die um ihn stehenden jungen Mädchen geben ihm Ratschläge, womit er sein Herzensliebchen überraschen kann, wenn er vom Jahrmarkt zurückkommt. Die Aufmerksamkeit des Betrachters fesseln die Gestalten von zwei Frauen, mit buntem und gelbem Kopftuch, die einen russischen Volkstanz zur ungehemmten Musik des auf einem Fass sitzenden Balalaikaspielers vollführen. Ein biederes Kleinbürgerpaar schlürft seinen Tee aus Untertassen, gleich daneben bietet ein Greis im grünen Kaftan orientalische Süßigkeiten feil, ein Vogelfänger verkauft an einen Jungen einen Singvogel. Unweit vom Fluss sitzt eine Bäuerin auf einem Fuhrwerk mit einem Fass voller Fische und knabbert Sonnenblumenkerne. Über dieser bunten Szene erhebt sich aus der Schaubude, dem volkstümlichen „Petruschka“- Puppentheater (eine Art russische Kasperl-Bühne) eine Schweinsfratze. Und es nicht auszumachen – ist sie nur gemalt oder echt lebendig? Lustig geht es zu! Wenn es um den Stil geht, so spüren wir hier eine gewisse Kontinuität verschiedener Zeiten, gleichsam einen Anklang an die Weltauffassung der russischen „Peredwischniki“ („Genossenschaft für Wanderausstellungen“), die realistische Darstellung der Prosa und der Tragik des Alltags und auch des Scherzes. Die Gesamtkomposition, die alle Figuren im Gemälde zu einem geschlossenen Szenenbild zusammenfasst, die Fröhlichkeit der lustigen Einzelszenen lassen uns an die berühmten „Kleinen Holländer“ denken. Die Reminiszenzen von Stilen längst vergangener Zeiten, die sich in der farbenfrohen Pinselführung der zeitgenössischen Künstlerin niedergeschlagen haben – dies ist das Hauptmerkmal ihrer stilistischen Originalität, die immer als solche unterscheidbar ist.

Name: „Rosch Haschanah“ – „Jüdisches Neujahrsfest in Prag“
Details... Maler: Nora Musatowa
Kunststrom: Der modern realismus

Wo sich heute die Pariser Straße mit ihren Nebengassen erstreckt, wogte im ausgehenden 19. Jh. das rege Leben des alten Judenviertels. In der aus dem 13. Jh. stammenden Alt-Neuen Synagoge werden zu Neujahr, am ersten Tage des Monats Tischron die Menschen an den Tag der Weltschöpfung und an den Schöpfer der Welt selbst erinnert. An diesen Herbsttag wird der Schofar geblasen – ein großes schmuckloses Widderhorn, das die Gläubigen zur Buße mahnt. Am Ende des Gottesdienstes verlassen die Männer weiter den Schofar blasend die Synagoge, um die Einwohner zum Gebet und zum Neujahrsmal mit gefülltem Fisch zu rufen. In diesem Gemälde ist die Arbeitsmanier der Künstlerin durch die intensivere pastose Auftragung der gebrannten Umbra mit beigemischtem schwarzem Knochenruß gekennzeichnet. Nur der kräftige Akzent des Cadmium-Gelb auf den Blasinstrumenten in den Händen der Bläsergestalten und das Perlmutt des Fisches auf der Schüssel der durch die Tür eintretenden Frau erzeugen einen realistischeren Eindruck, der dem gesamten Gemälde eine Moll-Stimmung verleiht.

Name: Der Klavierspieler
Details... Maler: Nora Musatowa
Kunststrom: Der modern realismus

Ein obdachloser wandernder Musiker tritt an einem heißen Sommernachmittag auf einer Wiese an ein Klavier heran, um die Melodie aufzugreifen, die aus einem nahe gelegenen Hain zu ihm herüberklingt. Es ist dies der Waldgott Pan, der auf seiner Flöte Debussys „Préludes á l’apres-midi d’un Faune“ spielt. Doch der arme Klavierspieler wird in seiner Absicht durch einen Schmetterling gehindert, der sich auf seiner Hand niedergelassen hat. Und so erstarrt der Pianist mit erhobener Hand, um ja den Falter nicht zu verscheuchen. In ihrer eigenartigen Ausführung vereint die groteske Gestalt des Klavierspielers den weißen Hintergrund der Szene mit dem Vordergrund. Allein die grellen Farben des Schmetterlings klingen wie ein lauter Klang mitten in den lyrischen Tönen des Gemäldes.

Name: Die Zauberflöte
Details... Maler: Nora Musatowa
Kunststrom: Der modern realismus

Das Bild erschließt einen Teil jener komplexen geistigen Welt, die uns der geniale Mozart in seiner letzten Oper „Die Zauberflöte“ hinterlassen hat. Die Handlung der Oper ist märchenhaft, die Musik wunderbar leicht. Der ewige Kampf zwischen Gut und Böse ist hier nuanciert als philosophische Suche nach der ewigen Vernunft in der freimaurerischen Interpretation des Priesters Sarestro im Tempel der Weisheit. Aber die eigentliche Treibkraft der Handlung ist die allgegenwärtige, allumfassende Liebe – Musik, Musik - Liebe. Der Held der Oper Tamino überwindet hand in Hand mit seiner Geliebten Pamina alle Hindernisse des verzauberten Waldes, alle Gespenster die auf diesem Wege auf ihn lauern. Zusammen mit den fröhlichen Vogelhändlern Papageno und Papagena erlangt er trotz aller bösen Umtriebe der Königin der Nacht die Vergebung und den Segen des Hohen Priesters für sein Glück mit Pamina. Die Töne der Zauberflöte sind immer im entscheidenden Augenblick zu hören und bringen die Verliebten durch das Dickicht des Bösen auf den erleuchteten Weg. Die Künstlerin führt den Betrachter nicht etwa an der Hand durch die Handlung der Oper, sondern sie ist bemüht, die Erinnerung an die Entzückung wachzurufen, die die bezaubernden Klänge der Mozartschen Musik beim Hörer erzeugen. Die Komposition des Bildes konzentriert sich um die vom Mondschein beleuchtete Gestalt der Königin der Nacht, die von den handelnden Personen der Oper umgeben ist. Das Spektrum der hellblauen Pastelltöne wird gleichsam durch das grelle karmesinrote Gewand der Königin der Nacht gesprengt, was noch zusätzlich durch die sogar materiell vorhandenen goldenen Pailletten betont wird.

Name: Die Erscheinung des Heiligen Wladimir in Marienbad
Details... Maler: Nora Musatowa
Kunststrom: Der modern realismus

Auf seiner Rückreise von der Pariser Weltausstellung im Jahre 1900 legte der Oberst Rykowskij, der im Dienste des russischen Zaren stand, einen Kuraufenthalt in Marienbad ein. Die Behandlung war so erfolgreich verlaufen, dass der Oberst auf den Gedanken kam, dieses wunderbare Ereignis angemessen zu würdigen. Unter dem Eindruck des überwältigenden Erfolgs der russischen Baumeister in der Pariser Ausstellung entschied er sich, der Stadt Marienbad ein Dankbarkeitsgeschenk für seine Heilung zu stiften. Das in der Ausstellung Gesehene hatte ihn tief beeindruckt: es handelte sich um eine aus Email und Steingut gearbeitete Ikonostase, angefertigt von den Handwerkern der Manufaktur im Dorfe Kusnezowo, Gouvernement Twer. Für dieses unübertroffene Kunstwerk sind über 9 kg Gold und Kobalt verwendet worden. Mit gutem Recht wurde es mit dem „Grand Prix de France“ bedacht. Oberst Rykowskij hatte in einer der letzten Nächte seines Kuraufenthaltes im Traume eine Vision. Ihm erschien der Heilige Wladimir in eigener Person und gab ihm die Anweisung, hier, in der Stadt, wo ihm so eine wunderbare Heilung zuteil wurde, der Kirche, die sich gerade im Bau befand, eine Gabe zu spenden. Aus seinem Schlafe erweckte den Obersten ein starker Duft, den ein Rosenstrauch unter seinem Fenster ausströmte. Er konnte sich gut erinnern, dass noch am Tage zuvor der Strauch zwar grünte, aber kleine Blüten trug. Der Oberst sprach ein Dankgebet für das ihm vom Himmel gewährte Zeichen und erwarb für einen beachtlichen Betrag die prachtvolle Ikonostase, die er der Kirche des Heiligen Wladimir in Marienbad (heute Marianske Lazne) schenkte. Auf dem Gemälde ist der Augenblick dargestellt, da der Heilige Wladimir die frommen Gedanken Rykowskijs darauf lenkt, der Kirche des HeiligenWladimir dieses kostbare Geschenk darzubringen. Der Betrachter, der sich in das abgebildete Geschehen vertieft, fühlt sich gleichsam in den Mittelpunkt der Handlung versetzt, er wird zu einem ihrer unmittelbaren Teilnehmer, er schreitet die Stufen der Kirche herab und stimmt in den Lobgesang des Chores ein: „Ehre sei Dir, o HERR!“

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